Wolgatreidler nach Ilja Repin

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140 x 120 cm, Öl auf Leinwand, 2018, ungerahmt

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Beschreibung

Die Wolgatreidler (russ.: Бурлаки на Волге) nach Ilja Repin sind eines meiner wichtigsten Projekte in diesem Jahr gewesen. Aufgewachsen in der früheren DDR, mußte ich wie alle anderen Russisch lernen. Unser System war stark mit dem der UDSSR, seiner Politik, Geschichte und Sprache verknüpft. Ich habe Russisch zwar ohne Mühe, aber gleichzeitig auch ohne Lust gelernt. Die meisten von uns mochten nicht, dass man uns die deutsch-sowjetische Freundschaft obligierte. An Russland war ich demzufolge genauso wenig interessiert wie an seiner Sprache und Kultur. Nachdem die Mauer fiel änderte sich Einiges. Heute sehe ich vieles von einem anderen Standpunkt. Leider habe ich nicht viel behalten und so bin ich an Russland und seinem kulturellen Erbe mehr interessiert denn zuvor. Schließlich wählte ich ein Bild eines der besten Maler, das ich vor ein paar Jahren endlich im Original sehen konnte. Zu Schulzeiten kannte ich es aus Abbildungen in Büchern und verbinde heute damit einen wesentlichen Teil meiner Biografie. Als ich es malte fühlte ich mich an die glücklichen Stunden im Kunstunterricht zurückversetzt. Es waren die einzigen Stunden auf die ich mich freute. Eine Oase im DDR-Schulsystem. Unser Kunstlehrer Hauni – viele Döbelner wissen wen ich meine – war gleichzeitig unser Russischlehrer. Seine Ölbilder der russischen Kirchen mit ihren Zwiebeltürmen hatten es mir angetan und weckten meine Lust zu malen. In dieser kindlichen Stimmung der in Gedanken verlorenen Mallust, die russisch-orthodoxen Kirchen vor dem geistigen Auge, durch tiefe Birkenwälder streifend und schließlich am Ufer der Wolga angelangt, sehe ich die geschundenen Treidler die schweren Kähne ziehen. Und wenn ich es mir jetzt anschaue, denke ich nicht an den eigenen Malprozess des fremden Motivs, sondern befinde mich in einer anderen Zeit.