Erkenntnisse während einer unruhigen Nacht

Zur Vorgeschichte (English version below). Vorgestern steckte ich in einer Sackgasse! Hatte total Bock das vorliegende Portobild zu malen. Am Ende wurde es ein wenig stumpf. Den Folgetag habe ich über das Bild nachgedacht, was es besser machen würde, ob es überhaupt besser werden würde oder ob ich einfach nicht den nötigen Abstand finde und es am Ende vielleicht doch schon ein gutes Bild geworden ist. Malerei mache ich ja nun schon ein paar Jahre. Womöglich deshalb geriet ich darüber letzte Nacht in ein paar Grundsatzgedanken. Es waren gestern immer noch hohe Temperaturen nahe der 30 Grad, als mir ein paar Erkenntnisse zu meiner Malerei durch den Kopf schossen.

  1. Es gibt Bilder, die brauchen nicht viel. Die Art und Weise wie sie gemalt sind benötigen keine tiefsinnige Idee. Das Sujet ist völlig ausreichend solange es hervorragend gemalt ist. Diese Bilder gelingen nur wenn man sich der Malerei ohne viel Nachzudenken hingibt.
  2. Anders herum ist es nicht möglich. Man kann kein Thema malen ohne sein Handwerk zu beherrschen.
  3. Handwerk allein ist noch lange keine Kunst. Bestenfalls ist das die Basis der Kunst. Um Kunst zu machen, muss man diese Basisfähigkeiten fortwährend weiterentwickeln. Die eigene Handschrift – nennen wir es Stil – entwickelt sich ohne gesuchte Effekte im Laufe der Zeit, nur über das tägliche Training und von ganz allein. In dem Moment in dem die Mittel Teil des eigenen Wesens geworden sind, ist es möglich Kunstwerke mit authentischen Alleinstellungsmerkmalen zu machen.
  4. Demgegenüber ist es immer möglich Müll zu produzieren. Das passiert uns allen. Dem Meister im Idealfall seltener als dem der auf dem Weg ist. Übrigens wäre mal eine Ausstellung cool bei der nur Müll-Bilder von großen Meistern ausgestellt sind. Nutze das nicht als Ausrede fortwährend schlechte Arbeiten zu produzieren und sie als Kunst zu deklarieren, sondern fange wieder an bei Punkt Nummer 3.

Thoughts during a restless night

Previous history: Stucking in a dead end, I felt drawn to paint this Porto piece, but it turned out a bit boring. The next day I kept thinking about the painting. The entire day I was wondering about what I can improve. While thinking about that, some fundamental conclusions came into my mind. I was lost in thoughts, not able to sleep due to temperatures, which were still close to 30 °C.

  1. There are paintings, which do not need that much. The way they are painted does not need any content. The subject is entirely sufficient.
  2. The opposite is not possible. You cannot paint a topic without mastering your craft.
  3. There is no art in mastering the basics. You need to overcome them, developing your skills constantly/not mimicking others until they are part of your own being. If you reach this level, it is possible to make artworks.
  4. It is always possible to make shitty things. They occure to all of us. It is comforting to know that there were (are) great masters who produce(d) trash too once in a while. BTW it would be interesting, if there was a trash exhibition of living and dead masters.
  5. Do not use it as an excuse, producing shit all the time and call it art, but go back to no. 3