Businesspunk III

Businesspunk II entstand wie der erste auf Basis von Selbstbildnisstudien. Als Businesspunk III sah sich der Interessent selbst. Also ging es im Februar/2018 hin zu ihm wegen eines Fotoshootings. Viele Fotos entstanden. Kompositionsarbeit war wieder einmal gefragt. Keines war 1:1 nutzbar. Mal gefiel mir eine Hand nicht, dann machte die Katze nicht was sie sollte. Auf jedem Bild der Kopf anders gedreht. Kleine Farb- und Posenstudien hatte ich im April/2018 gemalt. Das Spektrum stand bereits fest. Nach meiner Skizze im Mai/2018 habe ich schließlich gemalt. Juni/2018 war im Groben alles in Farbe übertragen und abgenickt.

Oktober/2018: Ich präsentierte den Punk mit breitem Lachen. Der Sammler wollte sich ernster. „Die Könige im Louvre lachen auch nicht!“ Lachend entgegnete ich: „Die hatten auch einen härteren Job!“ So ging die Konversation ein wenig weiter. Mein Widerstand war jedoch nur im Spass. Ich wurde ja fürs Malen bezahlt. Also Lachen mit Zähnen weg und Lächeln ohne Zähne her.

Die Ähnlichkeit ging bei der Gelegenheit noch ein bisschen flöten und mein Lieblingsspachtel, der mir seit zwei Jahrzehnten gute Dienste leistete brach entzwei. In den sozialen Netzwerken hagelte es Protest zum Portrait. „Marco, das bist du nicht! Du lachst immer! Und was ist das für ein Hase in deiner Hand?!“ Der Hase war eine Katze und tatsächlich kenne ich von den zahlreichen öffentlichen Bildern kaum eines auf dem man nicht seine Zähne sieht. Ich kenne ihn nur laut sprechend und wenn ich ihn nicht sprechen höre, lacht er. Ebenfalls laut und mit Zähnen!

Er fragte mich schließlich: „Kannst du die letzte Farbschicht wieder runterkratzen?!“ Inzwischen war November/2018 und die Farben trocken. Ich: „Nee, das muss ich vollkommen neu malen.“ Im Januar/2019 ging ich die Sache erneut an. Schließlich kam ich zu einem Stand, der mich selbst überzeugte und den ich guten Gewissens präsentieren konnte. Sein Feedback war gut, einziger Schwachpunkt: Die Zähne. „Habe ich einen Zahnschutz drin?!“ Volltreffer. Da bin ich also nochmal ran.

Doch auch diese gelangen. Der Portraitierte war zufrieden. „Haste aus dem Hasen noch eine Katze gemacht?!“ Hatte ich und bei der Gelegenheit noch die Zigarrenhand überarbeitet. Das Farbspektrum der Haut hatte sich inzwischen weitgehend von dem des ersten Zustandes deutlich fortbewegt. Das passte ich ebenfalls an. Fertig!